(Jacqueline Dolati in Paris / Manfred Klimek Redaktion / animated pic: Runwayml)
Den Winzer fragen? Wir haben das gemacht. Martin Tesch über seinen und Hanspeter Ziereisens Bistro-Abend in der französichen Metropole, über die Wichtigkeit skandinavischer Kunden – und die Prowein und deren Pronleme, nun gegen die Wine-Paris antreten zu müssen:
WP: Martin, du warst während der Wine Paris gemeinsam mit Hanspeter Ziereisen abends in einem Bistro und hast dort deine Weine präsentiert. Wie war das für dich?
Martin Tesch: Es war das erste Mal, dass wir das so gemacht haben. Und natürlich ist man erstmal froh, wenn überhaupt Leute kommen. Paris ist eben nicht Düsseldorf. Dort gibt es abends ein riesiges Angebot an Veranstaltungen. Man steht tagsüber auf der Messe – und abends konkurriert man mit unzähligen Events.

War es also ein Wagnis?
Ein Stück weit schon. In Düsseldorf hat man als deutsches Weingut den Heimvorteil. Viele Besucher kommen allein aus Höflichkeit in die deutsche Halle. Man weiß, was man bekommt: ein breites Angebot an deutschen Weinen. Man entdeckt vielleicht abends einen Wein im Restaurant und findet ihn am nächsten Tag wieder auf der Messe. Dieser Zusammenhang fällt in Paris weg.
Du warst ja nicht zum ersten Mal dort.
Nein, ich war vor zwei Jahren das erste Mal in Paris, das hat mir gut gefallen. Letztes Jahr wollte ich selbst so einen Abend organisieren – also nicht drei Tage auf der Messe stehen, sondern gezielt einen Abend für bestehende Kunden machen und am nächsten Tag wieder abreisen. Das hat organisatorisch nicht geklappt. Dann kamen die Ziereisens auf mich zu. Sie hatten es im Jahr zuvor erfolgreich gemacht und meinten: Wenn du so etwas planst, häng dich doch bei uns dran. Das war ideal.

Wer kam zu euch ins Bistro?
Ein paar Deutsche waren da, aber vor allem Nordeuropäer: Dänemark, Norwegen, Niederlande, Schweden, Belgien. Genau die Märkte, die für uns wichtig sind.
Warum gerade dort?
Weil die Küchen ähnlich ticken. Das Fundament ist vergleichbar: Butter, Zwiebel, Speck, Wein, Wintergemüse. Die Aromatik unserer Weine passt dorthin. Das ist kein mediterranes Setting, sondern nordeuropäische DNA.
Wenn du Wine Paris und ProWein vergleichst – welche Messe liegt dir näher?
Paris ist für viele unserer Kunden inzwischen Pflicht geworden. Frankreich ist nun einmal das stärkste Weinland der Welt. Die italienische Präsenz in Paris ist enorm. Die Kunden haben dort drei Tage volles Programm.
Und Düsseldorf?
Die ProWein leidet spürbar unter Paris. Das merkt man ja auch an den eigenen Reformankündigungen. International ist Düsseldorf zwar stark – wenn man Frankreich herausrechnet, gibt es dort mehrere große Auslandshallen.
Aber die letzten Jahre wirkten manche Hallen erschreckend leer. Gerade im vergangenen Jahr war das deutlich spürbar. Woran liegt das?
Das hängt stark davon ab, wer durch die Hallen läuft. Wenn Einkäufer aus den USA oder England mit großen Budgets unterwegs sind, braucht es nicht viele Besucher, damit es sich rechnet. Die reine Besucherzahl ist nicht alles. Entscheidend ist, wer kommt – und mit welcher Kaufkraft.






