Es ist eine zuerst mal bescheuert und abwegig klingende Initiative: eine unabhängige Bewegung weltweiter Winzer und Weinschaffender zu gründen, die sich anschickt, das Jahrtausende alte Kulturgut Wein für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Von den Statuten her ist das möglich, wenn ein Personenkomitee als Einreicher dafür verantwortlich zeichnet. Wenn die Welt brennt, wenn Ideologien aufeinanderkrachen, wenn sich die immergleichen Machtspiele, wie ein Theaterzirkus aufdrängen, dann gibt es genau eine Konstante, die sich nicht aus der Ruhe bringen lässt: Wein. Während sich Politiker anschreien, gießt ein Winzer irgendwo in Burgund, in der Pfalz oder in der Toskana seinen neuen Jahrgang ins Glas, schwenkt ihn, riecht daran, nimmt einen Schluck – und nickt. Die Welt geht unter, aber der Wein im Glas, der passt,...
