Lieber ROTWEIN als totsein
Rotwein ist Weltkulturerbe. Und weil er gerade ein wenig abzusaufen droht, habe ich acht ikonische Rotweine für die WELT am SONNTAG ausgewählt, über sie geschrieben - und dabei ein fast kriminelles Sakrileg begangen.
Rotwein ist Weltkulturerbe. Und weil er gerade ein wenig abzusaufen droht, habe ich acht ikonische Rotweine für die WELT am SONNTAG ausgewählt, über sie geschrieben - und dabei ein fast kriminelles Sakrileg begangen.
Jancis Robinson schreibt seit fünfzig Jahren über Wein. In der Financial Times hat sie jetzt aufgeschrieben, was sich in dieser Zeit verändert hat. Herausgekommen ist nicht nur die Bilanz einer Epoche. Es ist die Geschichte davon, wie aus einem Getränk für ältere Herren eine globale Kultur wurde – und wie diese gerade um ihre Zukunft kämpft. Claude Auguste hat ihre Bilanz in der FT gelesen.
Eine Frau, eine Weinbusiness-Ikone, verlässt mit 62 das elterliche Weingut, das sie leitete. Und sucht sich einen neuen Job. Das ist nicht das einzig Ungewöhnliche an der Person Andrea Wirsching. Die WELT am SONNTAG Kolumne von gestern in der Langfassung.
Das amerikanische Magazin Wine Enthusiast beschreibt die Mosel als Weinregion am Rande des Untergangs. Unsinn! Tatsächlich verschwinden Weinberge, und die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe ist dramatisch. Aber die großen Rieslinge von Mosel, Saar und Ruwer gehören weiterhin zu den bedeutendsten Weißweinen der Welt. Das eigentliche Problem könnte ein anderes sein: Eine Region hat sich jahrzehntelang auf trockene Weine als Zukunftsmodell konzentriert. Nun entdeckt eine neue Generation ausgerechnet den Kabinett.
Dreißig Jahre lang wurde Wein zum Investment, zum Statussymbol, zur Weltanschauung und schließlich zur moralischen Angelegenheit. Heute wundert sich die Branche, dass ihr die Kunden davonlaufen. Über die große Weinblase, ihre Profiteure und die Frage, ob wir das schönste Getränk der Welt mit unserer Begeisterung ruiniert haben. Eine Abrechnung von Claude Auguste!
In amerikanischen Restaurants und Weinbars macht ein neues Konzept Karriere: Es gibt keine Weinkarte mehr. Stattdessen fragt das Personal, worauf der Gast Lust hat. Das klingt trendy und angenehm ungezwungen. Allerdings hat die Sache einen Haken: Nicht jeder Gast möchte sich seinen Wein von einem Fremden aussuchen lassen.
Vier alte Flaschen. Vier Jahrgänge: 1990, 1998, 2001 und 2009. Eine Wiederbegegnung mit der Supertuscan-Ikone Tignanello – und ein Urteil.
Wie Deutschland einige italienische Weinregionen groß gemacht hat. Und warum ausgerechnet jene Weine, die jahrzehntelang als Inbegriff mediterraner Lebensart verkauft wurden, heute ein Problem bekommen. Über Lugana, Primitivo, Nero d’Avola und die erstaunliche Fähigkeit des deutschen Weintrinkers, sich mit wenig Geld viel Weltläufigkeit zu kaufen.
Ausgerechnet Österreichs Verfassungsgerichtshof hat die Rolle des Nationalen Weinkomitees bei der Klassifizierung von Weinlagen für gesetzwidrig erklärt. Ein Urteil über Zuständigkeiten, das eine ziemlich grundsätzliche Frage aufwirft: Wer darf entscheiden, welcher Weinberg wertvoll ist? Und wer muss anschließend mit dieser Entscheidung leben?
Wein verschwindet zunehmend aus der öffentlichen Wahrnehmung. Die Medien haben andere Sorgen, die Branche beklagt ihr Schicksal. WINEPARTY hat eine andere Idee: Wir drucken unsere Geschichten auf Tischsets. Kostenlos. Weltweit. Und wer Wein verkauft, ausschenkt oder produziert, darf seinen Namen dazusetzen.
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