spit on my grave
aber bitte Wein. Fünf Weine, sich die Apokalypse schönzutrinken.
15. Mai 25, Klimek. Die Welt ist ein Saustall! Und keiner mistet aus. Es brennt. Im Nahen Osten, in der Ukraine, in den USA, in den Medien. Das Klima ist ein Totalschaden, die Börse ein Glücksspiel, und in Berlin regiert bald eine Schuldenkoalition, die sich bemühen wird, das Richtige zu tun – Schwerpunkt auf Bemühen. Das Einzige, was uns dieser Tage bleibt, ist das Glas in der Hand.
DEUtschbahn
Den Spies dreht keiner um – die DB und ihr einzig schöner Moment!
16 Mai 25 Klimek. Ich bin mit dem Zug nach Rheinhessen gefahren. Vor Wein-Achten. Mit dem Zug nach Rheinhessen zu fahren heißt in 95% der Fälle mit der DB fahren zu müssen: jenem Konzern, der es seit 2003 ca schafft, mein Nervenkostüm zu zerschneiden, ohne daraus ein neues, besseres Nervenkleid schneidern zu können – ganz im Gegenteil.

Bibendum Beats – der Michelin auf der wild side of wine
(Redaktion) Rankings, Listen, Leitsterne – die Weinwelt liebt Orientierung. Doch selten kommt diese aus einer Richtung, der man was Neues abgewinnen kann. Die „World’s 50 Best Vineyards“, gerstern hier referiert, feiern Architektur, Aussichtspunkte, Besucherparkplätze und gelegentlich auch Wein. Michelin hingegen – jahrzehntelang das weltweit verlässlichste und letztlich einzige System für kulinarische Exzellenz – macht nun
(Redaktion)
Rankings, Listen, Leitsterne – die Weinwelt liebt Orientierung. Doch selten kommt diese aus einer Richtung, der man was Neues abgewinnen kann. Die „World’s 50 Best Vineyards“, gerstern hier referiert, feiern Architektur, Aussichtspunkte, Besucherparkplätze und gelegentlich auch Wein. Michelin hingegen – jahrzehntelang das weltweit verlässlichste und letztlich einzige System für kulinarische Exzellenz – macht nun etwas Unerwartetes: Der Guide richtet seinen Blick ab 2026 auch auf den Wein. Nicht auf die Weinindustrie-Lobby, nicht auf „Instagrammability“, nicht auf den Eventcharakter eines Tasting-Rooms, sondern auf das Herz der Sache. Auf Agronomie. Auf Können. Auf Konsistenz. Und vor allem: auf Menschen.
Die neue Auszeichnung, die „MICHELIN Grapes“, ist ein radikal anderer Ansatz als der touristische Architekturwettbewerb der 50 Best Vineyards. Michelin führt drei Stufen ein – eine, zwei oder drei „Trauben“ – und eine zusätzliche Liste empfohlener Güter. Ein System, das man versteht, ein System, das man ernst nehmen kann, weil es nicht vom Geldfluss der Weinwelt diktiert wird, sondern von der ältesten Währung: Qualität.
Wichtig ist, wie streng Michelin dabei vorgeht. Die fünf Kriterien sind kein Marketingsprech, sondern eine kleine Revolution, weil sie exakt jene Bereiche würdigen, die die Weinwelt im Moment am dringendsten verteidigen muss. Die Qualität der Agronomie, also die Vitalität der Böden, die Pflege der Reben, die Beziehung zur Landschaft. Technische Meisterschaft, die nicht im Edelstahlglanz endet, sondern im präzisen, fehlerfreien Ausbau. Identität – jenes Wort, das so oft missbraucht wird und hier erstmals wieder seinen ursprünglichen Sinn erhält: Persönlichkeit, Herkunft, Handschrift. Balance – das Zusammenspiel aus Säure, Tannin, Süße, Alkohol und Holz. Und schließlich Konsistenz über mehrere Jahrgänge. Genau jenes Kriterium, das Winzerinnen und Winzern ihre Würde zurückgibt, weil es zeigt: Wein ist kein Lifestyle-Event, Wein ist Geschichte, Erinnerung, Arbeit. Und nie nur ein Jahrgang.
Auch hinter den Kulissen ist die Botschaft eindeutig: Michelin setzt auf ein eigenes Team aus professionellen Wein-Inspektoren – ehemalige Sommeliers, Kritiker, Önologen. Keine Influencer, keine Tourismuslobby, kein Panel, das aus Gefälligkeit Punkte verteilt. Es ist eine Hinwendung zur strengen, französischen Tradition des Prüfens. Und gleichzeitig eine Ehrenrettung des europäischen Weinbau-Erbes in einer Zeit, in der alles Alte unter ideologischen Verdacht gerät.
Dass die ersten Regionen 2026 ausgerechnet Bordeaux und Burgund sind, ist freilich ein bewusstes, nationales Zeichen – sicher auch mit politischem Wert für den französischen Michelin. Bordeaux, das globale Flaggschiff, dessen große Châteaux immer wieder zwischen Tradition und Luxusindustrie taumeln. Und Burgund, der Gegenpol: klein, zersplittert, familiär, mit Weinen, die seit Jahrhunderten die Idee des „terroir“ definieren. Michelin sagt: Beides gehört zur Kultur, beides verdient Schutz, Prüfung, Sichtbarkeit – aber nicht über Architektur und Besucherfreundlichkeit, sondern über das, was im Glas landet.
In einer Zeit, in der die Weinwelt schrumpft, in der junge Konsumenten aussteigen und die internationale Presse lieber Dober & Dry abfeiert, ansstatt über Weinkultur zu reportieren, markiert diese Initiative einen seltenen Moment der Klarheit. Sie macht sichtbar, was bedroht ist: eine abendländische Kulturtechnik, die Balance lehrt, Maß, Geduld, Respekt vor Boden und Zeit. Der Michelin erkennt offenbar, dass Wein nicht nur eine Ware ist, sondern ein zivilisatorisches Erbe – auch im Zusammenhang mit Gastronimie. Und dass dieses Erbe eine Instanz braucht, die es nicht als touristisches Spektakel verkauft, sondern als das, was es im besten Fall ist: eine Kunstform.
2026 wird eine Zäsur bringen. Zum ersten Mal wird ein zweites (nach Robert Parkers Vine Advocate), global ernstzunehmendes System Winzer nach Kriterien beurteilen, die nichts mit Show zu tun haben. Während die „Best Vineyards“ weiterhin die spektakulärsten Treppenhäuser und die teuersten Besucherzentren prämieren, wird Michelin den leisen Kern der Weinkultur bewerten: das Können.
Und das ist vielleicht die schönste Nachricht in einer schwierigen Zeit: dass es wieder um Wein gehen darf. Um das, was er ist – und nicht um das, was ihm Medien und die WHO andichten.

50 Shades of Wine: Wie ein neuer Weingutsführer das Thema Wein vorsätzlich verfehlt
(Manfred Klimek / WELT am SONNTAG) Rankings beherrschen die Welt – und das nicht nur seit es Wahlen gibt oder seit den Charts der Rock- und Popmusik, die in den 1950er-Jahren begannen, die Popkultur zu werten. Rankings nerven, machen aber die Suche nach Außergewöhnlichem leichter. Etwa nach außergewöhnlichen Weingütern. Und dafür gibt es seit 2020
(Manfred Klimek / WELT am SONNTAG)
Rankings beherrschen die Welt – und das nicht nur seit es Wahlen gibt oder seit den Charts der Rock- und Popmusik, die in den 1950er-Jahren begannen, die Popkultur zu werten. Rankings nerven, machen aber die Suche nach Außergewöhnlichem leichter. Etwa nach außergewöhnlichen Weingütern. Und dafür gibt es seit 2020 die „World’s 50 Best Vineyards“, eine Liste, die von sich behauptet, die besten Weingüter der Welt zu versammeln, tatsächlich aber vor allem eines dokumentiert: wie sehr die Weinwelt im Jahr 2025 – inmitten ihrer größten Krise seit der Reblaus im 19ten-Jahrhundert – nach Orientierung sucht. Schnell ist beim ersten Blick auf die im Web veröffentlichte Liste klar: hier wird sie sie nicht finden.
Man muss wissen, wer hinter diesem Ranking steht, um seine Sichtbarkeit – und seine Blindstellen – zu verstehen. Die Liste wird von William Drew, Tim Brooke-Webb und Mark Sansom verantwortet, drei Köpfe jener angelsächsischen Gastro-Medienwelt, die schon die „World’s 50 Best Restaurants“ zum globalen Hypeformat gemacht haben: eine Hitliste, die Starköche hervorbrachte, tradierte Karrieren hintanstellte oder vernichtete und die Welt plötzlich und irrtümlich glauben ließ, Kopenhagen sei das kulinarische Mekka der Welt. Das ganze Unterfangen der 50 oder 100 Besten Listen (inzwischen auch auf Bars und Hotels ausgedehnt), wird finanziert und flankiert von Sponsoren wie San Pellegrino, dessen Mutterkonzern Nestlé nicht unbedingt als moralisches Rückgrat der Nahrungsmittelindustrie gilt. Wer unter die ersten 50 kommt, entscheidet ein international verstreutes Panel, das sich – so ist es auch bei den 50 Best Vineyards – auch aus Leuten der Reise- und Lifestylebranche zusammensetzt und die Profis der Branche wenig bis kaum zum Werten einlädt. Das könnte neu und erfrischend sein. Ist es aber nicht.
Viel Freude an den World’s 50 Best Vineyards, und das mit gutem Grund, hat Stefan Doktor, Geschäftsführer des Rheingauer Traditionsweinguts Schloss Johannisberg. Sein Betrieb steht 2025 als zweibestes Weingut der Welt auf der Liste – das ist für ein deutsches Weingut enorm. Bringt das was? „Wir haben gemerkt, dass sich schon letztes Jahr, als wir an fünfter Stelle landeten, mehr tat als die fünf Jahre davor, wo wir weiter hinten im Ranking standen“, sagt Doktor. „Der zweite Platz, der ja erst seit ein paar Tagen bekannt ist, zeitigt jetzt schon viele Anrufe und Nachfragen. Wir sind durch die World’s 50 Best Vineyards bei Menschen in aller Welt erst so richtig sichtbar geworden.“ Den zweiten Preis hat Doktor persönlich bei der Preisverleihung in Australien abgeholt. Jetzt kann für dieses spektakulär auf einem Hügel residierende, alte Weingut 2026 auch der erste Platz drin sein.
Dass das Panel der 50 Best Vineyards wenig Angst vor großen Kulissen und spektakulärer Szenerie hat, also das Vordergründige in den Mittelpunkt stellt, zeigt alleine der diesjährige erste Platz: VIK in Chile: ein Weingut, das aussieht, als hätte ein skandinavisches Architekturbüro die Vorstellung von „Wein als Kunstinstallation“ zu einer Ansichts-Attraktion gegossen: Beton, Stahl, Spiegel, Panoramen, Pools – ein önophiles, über 300 Hektar großes Gesamtkunstwerk, das ein Boutique-Fotopoint-Hotel der Superreichen sein will, zu buchen etwa über booking.com, ermäßigter Preis für eine Übernachtung im Dezember: 768 Euro. Und genau dort liegt die Ironie dieses Rankings: Die Architektur gewinnt, das Geld gewinnt. Und nicht die Weine, über die wir auf Händlerseiten im Netz lesen können, dass sie zum Beispiel modische Etiketten tragen (die teils echt grauenhaft manieriert sind) und „ den Geist des chilenischen Millahue-Tals mit lebendigen Aromen von roten Beeren und blumigen Noten verkörpern“. Das ist das übliche Geschwätz investmentgetriebener Weingüter, die eine andere Klientel erreichen wollen, als jene der Weinenthusiasten, die in dieser Welt als überheblich, elitär und abgehoben gelten.
Unter den Top-Gütern tummeln sich auch viele andere der spektakulärsten Designbauten der Weinwelt – etwa das japanische Weingut 98Wines (dessen Zen-minimalistische Schuppen Architektur auf den ersten Blick nicht gerade zum Besuch einlädt), dann der Altbau Château Smith Haut Lafitte mit seinem vinophilen Öko-Luxus-Spitzenhotel (eines der wenigen Güter auf der Liste, das auch für seine vorzüglichen und leistbaren Wene bekannt ist) oder das südafrikanische Delaire Graff Estate, deren Kombination aus Kunstmuseum, Diamantengalerie, Skin-Care-Wellness und High-End-Lodge die Grenzen zwischen Weinbau und Kapitalanlage endgültig verschwimmen lässt. Deliare-Graff finden wir auf Platz 79 der erweiterten Liste der Plätze 50-100, die wir erst suchen und finden müssen. Dass diese erweitere Liste so wenig Beachtung erfährt ist schade, denn ausgerechnet hier finden wir ein paar echt spannende Weingüter, etwa Occhipinti in Sizilien, der Taylors-Fasskeller in Porto, Champagne Phillipponat, Château Pichon Baron im Bordeaux oder Castello Banfi in der Toskana. Mit in „Ferner liefen Liste“ auch zwei der besten österreichischen Weingüter: Tement in der Südsteiermark und die Domäne Wachau. Solle es im Panel auch professionelle Weinkritiker gegeben haben – hier, im Fortsatz, wurden deren Wertungen offenbar geparkt.
Ein Mitglied dieses Panels, das vertraglich zum Schweigen verpflichtet wurde, sagt: „Das Panel, also jene, die ihre Favoriten nennen und begründen ist mit 720 Personen, darunter 45 Prozent Sommerliers und Weinhändler, ziemlich groß. In meiner Region bin ich nur einer von vielen Beitragenden. Dem Paneel ist also nichts vorzuwerfen. Was aber richtig falsch läuft, ist das Framing der Ergebnisse als 50 beste Weingüter der Welt, obwohl es in den Texten keinerlei Beschreibung oder Wertung der Weine gibt – und auch keiner diese verlangt hat. Das ist schon grob irreführend.“
Für viele in der globalen Weinwelt ist dieses Ranking ein gut gemeinter Versuch, eine zunehmend zersplitterte Branche wieder einzurahmen. Und tatsächlich hat die Liste auch ihre Verdienste: Sie öffnet den Blick auch auf Regionen, die nicht Bordeaux, Burgund oder Rheingau heißen. Sie zeigt Weingüter, die man aus deutscher Perspektive nie entdecken würde. Sie wertet das Thema Besuchbarkeit auf – ein zentraler Faktor, da berühmte Weingüter heute längst Kulturorte geworden sind – auch wenn die Weinverkäufe weltweit sinken.
Doch gleichzeitig ist diese Liste absolut blind für jene Winzer, die in den letzten 20 Jahren den Wein tatsächlich verändert haben: die biodynamische Avantgarde, die kargen, kompromisslosen Naturweinkelternden, die Architekten des neuen, schlanken, modernen Handwerks, die vielen Winzerinnen, die mit neuen Stilistiken auch Fundamente des Weinbaus verschoben haben. All diese leisen Revolutionäre, diese sensorischen Anarchisten, die das Weinmachen von unten her neu definiert haben – sie kommen im Ranking nicht vor. Weil sie keine spektakulären Besucherzentren bauen können. Oder wollen.
Und warum fehlt Fred Loimers ikonischer Keller in Langenlois? Warum die spektakuläre Kellerei der Familie Neumeister in der Südsteiermark, die in Architekturmagazinen mit ihren hängenden Gärten seit Jahren zitiert wird? Warum fehlen Markus Molitor an der Mosel und Van Volxem an der Saar – wo man Wein schon länger als Teil einer größeren Erlebniswelt betrachtet?
50 Best Vineayrds bietet Orientierung, Unterhaltung und eventuell auch Anreiz, etwas Neues zu entdecken. Aber 50 Best Vineyards darf nicht jene Ernsthaftigkeit verlangen, die man etwa Robert Parkers Wine-Advocate entgegenbringt. Die „World’s 50 Best Vineyards“ sind vor allem eines: ein Spiegel unserer Zeit. Eine Zeit, in der Sichtbarkeit wichtiger ist als Substanz. Und in der Architektur den Platz einnimmt, den früher Herkunft und Terroir hatten. Was bleibt ist Instagram-Ästhetik. Eine Bühne, kein Boden. Und ein nicht gedrucktes Coffee-Table-Book.
Die Weinwelt bräuchte aber Boden. Unter den Füßen. Mehr noch als Terroir. Und jemanden, der sagt, wo dieser Boden wirklich liegt.

Sweets 4 my Sweet, Sugar 4 my Wine – die geilen Goldtröpfchen des Moselwinzers Eifel
( Klimek, Redaktion, Mixology-Base) Es wirkt fast wie ein Treppenwitz der Zeit: Während die Gen-Z mit erstaunlicher Gelassenheit über „low alc“, „big fruit“ und „easy drinking“ spricht, während Schaumweine (bei der Gen-Z offenbar weiterhin beliebt) und gering auch Proxies die Jugendzimmer der urbanen Republik erobern, liegt ausgerechnet jene Wein-Kategorie brach, die all das schon seit
( Klimek, Redaktion, Mixology-Base)
Es wirkt fast wie ein Treppenwitz der Zeit: Während die Gen-Z mit erstaunlicher Gelassenheit über „low alc“, „big fruit“ und „easy drinking“ spricht, während Schaumweine (bei der Gen-Z offenbar weiterhin beliebt) und gering auch Proxies die Jugendzimmer der urbanen Republik erobern, liegt ausgerechnet jene Wein-Kategorie brach, die all das schon seit Jahrhunderten kann: fruchtsüße Rieslinge. Weine, die mit sieben, acht, neun Volumenprozent auskommen, die Trinkfluss statt Trainingseinheit sind, die Aromatik statt Alkohol feiern. Und dennoch gelten sie als Relikte vergangener Generationen (Ok, Boomer) – bis man an die Mosel fährt und einem Winzer wie Christoph Eifel begegnet. Eifel, Anfang dreißig, mit dem Lächeln eines Mannes, der seinen Beruf nicht gewählt, sondern gefunden hat (auch freilich, weil er im Beruf schon aufwuchs), steht im Weinberg wie jemand, der das Steillagen-Handwerk nicht als Romantik, sondern als Realität begreift. Man sieht es seiner Haltung an: die jahrelange Routine des Lesens, Schneidens, Prüfens, das Vertrauen in Reifegrade, die man nicht im Labor, sondern nur im Lesegut erkennt. Ein junger Winzer, der nicht mit Weinideologie-Holzhammer-Ambitionen antritt, sondern mit der Überzeugung, dass große Süße nur dann Größe hat, wenn sie präzise ist.
Genau das zeigen seine beiden so richtig fruchtsüßen Rieslinge, die exemplarisch dafür stehen, welch enormes Potenzial diese Kategorie für die junge Trinkkultur hätte, würde man sie denn endlich aus ihrer Nische befreien – vor allem die Kabis. Die Riesling Trockenbeerenauslese 2023 aus der Lage Trittenheimer Apotheke ist ein konzentrierter Mikrokosmos: goldfarben, aber nicht schwer; viskos, aber nicht fett; süß, aber niemals klebrig. Schon in der Nase erkennt man die Ernsthaftigkeit des Jahrgangs: Nuss, Orangenzeste, getrocknete Aprikose – keine überbordende Südfrucht-Exotik, kein Terroirsalze-Parfüm, sondern klare, straffe Süße. Am Gaumen setzt sich das fort: eine majestätische Fülle, aber sofort aufgefangen von einem dunklen, präzisen Bitterton, der wie ein architektonisches Gegengewicht funktioniert. Trinkste weg wie nichts. Und verglichen sind Eifels tolle Süßigkeiten preislich immer noch ein Witz. Und Langstreckenläufer sowieso.
Die Auslese 2024 aus dem Piesporter Goldtröpfchen spielt im gleichen Orchester, aber mit anderer Stimme. Sie ist heller, unbeschwerter, verspielter. Mehr Zitrus, ein Tick Kumquts und Litschi, mehr Leichtigkeit, ein Hauch von Jugendlichkeit, der sich nicht anbiedert. Auch hier finden sich Orangenzeste und eine fein gesetzte Nussnote, aber das Finale ist offener, animierender. Die Süße wirkt wie ein pulsierend gesetzter Akzent, nicht wie ein Gewand. Für viele wäre das bereits die perfekte Balance: niedrig im Alkohol, hoch im Charme, und doch zu selten im Glas der unter Vierzigjährigen.
Denn das eigentliche Drama der fruchtsüßen Rieslinge liegt nicht in ihrer Stilistik, sondern in ihrer Wahrnehmung. Zu lange wurden sie als Dessertweine einsortiert, als Begleiter für Feiertage, als museale Stücke im Regal des Altwerdens und Altseins. Weil: Für viele ältere Trinker sind sie sentimentale Erinnerungen an lange verschwundene Weinkarten. Doch für die Jüngeren sind sie oft schlicht unbekannt – weil quasi aus der Öffentlichkeit verschwunden. Dabei passen sie wie kaum eine andere Kategorie zur Gegenwart: Sie benötigen keine Ausdauer, sie überfordern nicht, sie überladen nicht. Sie sind leicht, aromatisch, langlebig – und dabei authentisch Mosel.
Christoph Eifel zeigt, wie zeitgemäß diese Weine sein können, wenn man sie präzise, sauber und ohne aromatische Ablenkung keltert. Keine Kräuterschwaden, keine Schiefersplitter, keine verkitschte Botrytisromantik. Stattdessen klare Linien: Frucht, Zeste, ein definierendes Bitter, ein Spiel aus Moselschiefer und strahlender Säure. Genau so schmecken Süßweine, die die Gen-Z ansprechen könnten – wenn man sie nur an sie heranließe. Dass diese Weine in der Weinkrise oft unsichtbar bleiben, liegt nicht an ihrer Qualität, sondern daran, dass sie in keinem Trenddiagramm vorkommen. Sie sind weder Naturwein noch Pet Nat, weder Orange noch „Zero ABV“. Sie sind einfach nur gut – und das ist heute fast schon ein Nachteil.
Aber vielleicht kommt ihr Moment wieder. Vielleicht entdeckt eine Generation, die sich längst von starren Kategorien verabschiedet hat, gerade in diesen Weinen die Freiheit, die sie sucht. Eifel, der auch sehr gute und präzise trockene Rieslinge keltert, beweist mit seiner TBA 2023 und der Auslese 2024, wie brillant diese Weine sein können – und wie leicht es der Markt sich selbst macht; leicht, sie zu übersehen.

Der Sekt im Staatskeller – oder: Österreich probt den Markteingriff
(Manfred Klimek – nach einem Bericht des Standard aus Wien) Es ist ein Vorgang, wie man ihn im Weinland Österreich wahrscheinlich seit 1985 nicht mehr gesehen hat. Damals erschütterte der Glykolskandal den gesamten Sektor; der Staat griff mit Verbänden ein, räumte, kontrollierte, regulierte maximal innovativ – erfolgreich, wie wir alle wissen. Vierzig Jahre später passiert
(Manfred Klimek – nach einem Bericht des Standard aus Wien)
Es ist ein Vorgang, wie man ihn im Weinland Österreich wahrscheinlich seit 1985 nicht mehr gesehen hat. Damals erschütterte der Glykolskandal den gesamten Sektor; der Staat griff mit Verbänden ein, räumte, kontrollierte, regulierte maximal innovativ – erfolgreich, wie wir alle wissen. Vierzig Jahre später passiert erneut etwas Bemerkenswertes: Ein Bundesland bewegt sich – wenn auch unbeholfen – in Richtung Marktintervention. Diesmal nicht zur Rettung eines Systems, sondern zur Rettung einer Marke. Und ausgerechnet beim Sekt.
Der Standard berichtet nüchtern, fast ungläubig: Das Land Burgenland hat 195.000 Flaschen A-Nobis-Sekt übernommen und gekauft, nachdem die ehemalige Landesrätin Daniela Winkler die Kellerei über eine millionenschwere Partnerschaft in eine Schieflage manövriert hatte. „17.000 Flaschen wurden bisher verkauft,“ heißt es im Artikel. Also weniger als zehn Prozent. Der Rest liegt – und das ist das Wort, das sich niemand zu laut auszusprechen traut – herum. In Lagerhallen, im Landeseigentum, in einer Art politischen Nachlassverwaltung, die weder ein Konzept noch ein Ziel hat.
Man muss es so formulieren: Das Burgenland ist nun unfreiwillig Sekt-Großhändler. Und ein ziemlich schlechter.
Denn was im Artikel leise mitläuft, ist ein Problem, das jeder Schaumweinmensch kennt: Zeit ist nicht immer ein Freund. Champagner kann morbid werden, oxidativ verschatten, aromatisch in jene herrlichen schummrigen Ecken kippen, die die Briten so lieben. Aber das sind Ausnahmen – große Winzer, große Grundweine, große Reserven.
Bei Sekt hingegen ist Morbidität fast immer Feind. Ein Flaschengrab von 178.000 Flaschen, das keiner haben will, altert nicht elegant. Es verliert. Perlage, Spannung, Frucht. Es wird stumpf. Und selbst jene, die aus politischer Solidarität zugreifen könnten, tun es offenbar nicht.
Das Land Burgenland wollte retten, was schiefgelaufen war. Herausgekommen ist ein lebendiges Beispiel dafür, warum Staat und Weinbau eine problematische Beziehung haben: Es fehlt das Know-how, es fehlt das Fingerspitzengefühl, es fehlt der Marktverstand. Ein Sekt, der sich nicht verkauft, verkauft sich auch unter öffentlicher Aufsicht nicht. Und Weinwirtschaft folgt – anders als Infrastruktur – keinem politischen Programm.
Der Vorgang ist aber noch aus einem anderen Grund bemerkenswert: Er offenbart die Verwundbarkeit der österreichischen Schaumweinszene, die sich in den letzten zehn Jahren neu erfunden hat, in Qualität und Selbstbewusstsein gewachsen ist – und nun sieht, wie schnell politische Symbolpolitik eine ganze Kategorie beschädigen kann. Denn für die Produzenten, die mühsam an Image und Profil gearbeitet haben, ist dieser staatlich geerbte Sektberg kein Marketinggag, sondern eine Belastung.
Was bleibt? Ein Land, das Sekt hortet. Eine Geschichte, die – wie der Standard treffend schreibt – „ein politisches und wirtschaftliches Missverständnis“ offenlegt. Und eine Branche, die sich fragt, ob dieser Eingriff der Beginn einer neuen Weinpolitik ist oder nur ein Ausrutscher, der bald wieder verschwunden sein wird.
Fest steht nur: Die Flaschen altern weiter. Und je länger sie liegen, desto schwerer wird es, diese Episode elegant zu entschuldigen. Wein kann vieles verzeihen – der Markt selten.

Abschied von Emmanuel Reynaud – und von einer ganzen Ära Chateauneuf
(Claude Auguste / Manfred Klimek) Emmanuel Reynaud ist tot. 61 Jahre. Also kein Alter. Er war der Winzer, der die Rhône nicht modernisierte, wie viele andere es taten, sondern ihr das Gedächtnis zurückgab – und der dafür verehrt wurde wie ein Einsiedlerprophet. Mit seinem Tod verschwindet nicht nur ein Winzer, sondern ein Stil, ein Weltgefühl,
(Claude Auguste / Manfred Klimek)
Emmanuel Reynaud ist tot. 61 Jahre. Also kein Alter. Er war der Winzer, der die Rhône nicht modernisierte, wie viele andere es taten, sondern ihr das Gedächtnis zurückgab – und der dafür verehrt wurde wie ein Einsiedlerprophet. Mit seinem Tod verschwindet nicht nur ein Winzer, sondern ein Stil, ein Weltgefühl, ein Kapitel des Weinbaus, das ohnehin schon auf Abruf stand. Die Weine, allesamt teure Raritäten, stiegen im Sekundärmarktpreis nach seinem Tod um rund zehn Prozent. Man ahnt: das kommt nicht wieder.
Rayas und Reynaud – das war Grenache, aber so, wie ihn sonst niemand verstand. Keine Muskelspiele, kein Alkoholpanzer, kein Barrique-Gehämmer. Reynaud zeigte, dass Grenache nicht breit sein muss, sondern durchscheinend, hell, duftig, fast schwebend – aber Kraft und Langstrecke. Lange Langstrecke. Dass Eleganz nicht vom Fass kommt, sondern vom Mut zur Reife und vom Willen, alles Überflüssige fortzulassen.
Es ist heute vergessen, was für ein Skandal das einmal war. Ein Chateauneuf, der die alte, tradierte Cuveetierung, den vielseitigen Rebsortenanker der Gemeinde, verließ und anstatt reinsortig Grenache in die Flaschen füllte – als Chateneuf du Pape. Châteauneuf war jahrzehntelang die Bastion der schweren Körper, der großen Prozente, der stolzen, dunklen, feisten Weine, die man in den letzten Jahren auch mit 15 Prozent Alkohol in die Karaffe wuchtete wie einen Kaminholzscheit. Und dann kam dieser stille Mann aus Sarrians, der fast niemanden empfing, aber jeden, der kommen durfte, zum Schweigen brachte: mit Chateneuf nur aus Grenache, der nach Walderdbeeren duftete statt nach Marmelade, nach trockenem Wald, nach Sand, nach Kräutern auf kargem, sehr kargem Boden. Grenache als Gedicht, nicht als Maschinengewehr.
Reynaud war einer der letzten, der sich traute, Châteauneuf nicht als Marke zu lesen, sondern als Intimität. Ein Mann, der nie in die Versuchung geriet, seinen Stil zu aktualisieren, weil er wusste, dass er nur diese eine, perfekte Formel besaß – seinen Instink fürs Keltern. Er arbeitete mit alten Foudres, die zu Beginn mehr Geschichte hatten als er. Er las spät, sehr spät. Er kämpfte, manchmal trotzig, gegen die Moderne, weil er wusste, dass Moderne gern gegen Wahrheit und Wirklichkeit eingetauscht wird – wenn Moderne zur Mode wird.
In den letzten zwanzig Jahren wurde er immer mehr zum Anker einer Region, die sich selbst neu erfinden musste – was nicht immer gelang. Die internationalen Moden kippten, Alkoholbomben waren plötzlich nicht mehr geil, sondern peinlich. Emmanuel Reynaud war der Beweis, dass dieser Wandel nicht kapituliert, sondern befreit. Aber nun, da er fort ist, geht auch ein Stück dieser Rückbesinnung verloren.
Denn mit ihm stirbt einer der letzten, die Châteauneuf-du-Pape noch als geistig-spirituellen Ort begriffen: als Landschaft aus Sand, Stein, Licht und Frühsommerluft. Als Wesen.
Seine Biografie fügt sich in diese Haltung: Der Junge, der auf Château des Tours Reben zog wie andere französischen Landkinder ihre Kaninchen, der später die Erblasten eines in sich kaputten Château Rayas übernahm, der Parzellen neu pflanzte, die eigentlich niemand mehr retten wollte, und der am Ende derjenige war, der dem Weingut wieder die Würde gab.
Reynaud war Revolutionär durch Sanftheit. Doch Sanftheit hat heute schlechte Karten.
Mit seinem Tod stirbt nicht Rayas, das Weingut. Aber eine Epoche, in der Grenache poetisch sein durfte.

Der Leopard! Nik Weis und die Kraft der Erneuerung
(Manfred Klimek / WELT am SONNTAG) Die Weinwelt beendet das zweite Jahr ihrer Absatzkrise, die vor allem Rotweinwinzern schwer zu schaffen macht, denn der über Jahre von Millionen wie selbstverständlich konsumierte Alltagsrotwein ist bei der Generation-Z und bei den Millenials total abgesagt. Doch die Krise des Weinbaus findet eben nicht überall statt: ganz gegenteilig habe
(Manfred Klimek / WELT am SONNTAG)
Die Weinwelt beendet das zweite Jahr ihrer Absatzkrise, die vor allem Rotweinwinzern schwer zu schaffen macht, denn der über Jahre von Millionen wie selbstverständlich konsumierte Alltagsrotwein ist bei der Generation-Z und bei den Millenials total abgesagt. Doch die Krise des Weinbaus findet eben nicht überall statt: ganz gegenteilig habe ich bei meinen Besuchen in der österreichischen Wachau und an der Mosel, wo ich diese Zeilen gerade in einem alten Weinprobenraum schreibe, Winzer getroffen, die schon vor fünf Jahren kluge und intellektuell scharfsichtige Strategien gegen die damals dräuenden Verwerfungen getroffen haben. Zwei davon heißen Nik Weis (Mosel) und Emmerich Knoll (Wachau). Beide stehen exemplarisch für etwas, das die Branche erneuern könnte: den Mut zur Verwandlung (denn Wandel alleine wäre zu wenig) ohne Verlust der Identität.
Beide waren nie Lifestyle-Winzer, beide waren nie jene, die sich in der Social-Media-Huberei verrannten. Aber beide erkannten die Veränderungen bei den Konsumenten. Denn während viele auch sehr renommierte Winzer immer noch versuchen, ihre alte, über lange Jahre bewährte Kelterkultur in neue Flaschen zu retten, haben Weis und Knoll längst begriffen, dass wuchtige GG-Rieslinge oder schwere Wachauer Smaragde einer Zeit angehören, die einfach vorbei ist.
Der Markt verlangt jetzt etwas anderes: Filigranität, Brillanz, Energie, Leichtigkeit – und dennoch Größe, eine Wucht im Auftritt, die nicht vom Alkohol getragen wird, sondern von der Kunst, die Extrakte zu dirigieren. Genau jene fünf Parameter, die Weis und Knoll mittlerweile perfektioniert haben. Sie haben ihre Weine verschlankt, feminisiert, doch nicht entkernt – und damit einen kleinen Kulturbruch erzeugt, der im Rückblick einmal als Wegweiser gelten könnte. Vielleicht sogar als Rettungsanker eines gewichtigen Teils des gesamten deutschsprachigen Weinbaus.
Ich überspringe den vorzüglichen Gutsriesling von Nik Weis und gehe gleich zu seinem Riesling Mehringer Alte Reben 2024 (12 % Alkohol, € 19,00): ein schon brutal neuer und mit einem Gramm Zucker brutal trockener Moselriesling, der noch vor zehn Jahren als schwer vermarktbar gegolten hätte. Ein leicht „dreckiger“, herrlich kantiger Wein: Erbse, Kohlrabi und viel blauer Mosel-Schiefer, vibrierend, kräutrig, salzig – und in all seinen Wendungen erstaunlich charmant.
Danach der Riesling Bockstein Großes Gewächs 2023 (12,5% Alkohol, € 48,00): ein Monument. Weniger Salze des Schiefers, mehr Frucht, aber ein Basisfundament aus kühlem, kräftigem Stein. Massiv Pfirsich, dazu ein wenig heller Rauch, etwas Shitake, gering Sandelholz. Und dann diese Meeresassoziationen: Jod, Algen, Bretagne bei Windstärke 5, Magnesia-Pulver, Kreide ohne Kalk. Fast ein maritimer Wein – am Rande zum Saarland gewachsen. Ganz großer Stoff!
Weiter zum Riesling Neuwiese 2023 (eine Bockstein-Gewanne, 12 % Alkohol, € 29,00): ein Riesling aus einer Serie von Einzelfuderfass-Rieslingen, der so schmeckt, als hätte jemand die Region Macon an die Mosel gebeamt. 6 Gramm Zucker, cremige Länge, warme Hefe, viel Saft, viel Verführung. Ein Wein, der das Wort „lecker“ endgültig von seiner Banalität befreit. Burgund im Schiefergewand.
Zuletzt der Riesling Am Wasserlauf 2023 (12,5% Alkohol, € 29,00): ein weiterer Wein aus einem der 1300-Flaschen-Fuderfässer aus slawonischer Eiche. Ein Hauch Zuckerwatte, eine sehr feminine Silhouette, Pfirsichlikör-Bonbon, Blauschiefer, Quarzit, klare Frucht. Fast ein Parfum. Ein Wein, der mit mir flirtet, mit mir spielt. Ich trinke die Flasche fast leer.
Für die Weine von Emmerich Knoll bleibt heute zu wenig Platz, deswegen in 14 Tagen mehr von diesem, dieses Jahr 200 Jahre alt gewordenen, österreichischen Traditionsbetrieb. Ich will aber hier noch den großartigen Riesling Smaragd Kellerberg 2024 erwähnen (13% Alkohol, € 53,50): karger Urgesteinsboden, kühle Durchzugsluft der Donau. Der Wein ist zuerst verblüffend scheu, doch wie ziseliert die Knolls die Frucht setzen zeugt von großer Kelterkunst: Pfirsich, Marille, Quitte, gering Litschi, alles in hauchdünnen Schichten gemeinsam wirkend – gigantisch leicht, gigantisch gut!

Beim “Ferl”. Oder: Wie ein altes, konservatives Weingut in der Moderne Platz nimmt
(Manfred Klimek) Da gibt es auch Weingüter, die in der gegenwärtigen Krise keine Revolution brauchen, weil ihre Stabilität bereits Ausdruck von revolutionärer Intelligenz ist. Max Ferdinand Richter in Mülheim an der Mosel gehört zu diesen seltenen Ausnahmebetrieben. Ein Haus, das seit Jahrhunderten weiß, was es tut – und deshalb auch in Zeiten der globalen Weinkrise
(Manfred Klimek)
Da gibt es auch Weingüter, die in der gegenwärtigen Krise keine Revolution brauchen, weil ihre Stabilität bereits Ausdruck von revolutionärer Intelligenz ist. Max Ferdinand Richter in Mülheim an der Mosel gehört zu diesen seltenen Ausnahmebetrieben. Ein Haus, das seit Jahrhunderten weiß, was es tut – und deshalb auch in Zeiten der globalen Weinkrise erstaunlich unerschütterlich dasteht. Nicht, weil sie dort dem Markt hinterherlaufen, sondern weil sie mit Umsicht, konservativer Liberalität und verlässlicher Stilistik Vertrauen aufgebaut haben. 200.000 Flaschen im Jahr, davon etwa 80 Prozent exportiert, und von jenen ca. 30% in die USA – und selbst dort, wo Trumps Strafzölle etliche Moselwinzer hart getroffen haben, ist der Rückgang gering. Klug verhandelte Partner, stabile Beziehungen, kein Alarmismus: Das funktioniert.
Der Rebsortenmix bleibt klassisch: 95 Prozent Riesling, dazu Weißburgunder, etwas Pinot Noir und der alte, hier neu gepflanzte Gemischte Satz. Ein Fundament, das nicht aus Nostalgie besteht, sondern aus Erfahrung.
Alter Satz 2024
Riesling, Heunisch, Orleans, Traminer, Adelfränkischer, Grünfränkischer und Kleinberger – ein Wein wie ein Zeitfenster. Direkt im Weinberg eingemaischt, ein Jahr im 1000-Liter-Fuder gereift. Der Traminer duftet durch, obwohl er nur fünf Prozent stellt. Florale Würze, feiner Grip, geschichtsbewusst und doch leichtfüßig. 2000 Flaschen – mehr Vergangenheit kann ein Gegenwartswein kaum tragen.
Riesling Gutsriesling 2024 (trocken)
9,90 Euro für echten Steillagen-Riesling ist eigentlich zu wenig. Steinobst, leiser Schiefer, 11,5 Prozent Alkohol. Ein ehrlicher, unprätentiöser Wein, der zeigt, wie Normalität schmecken kann, wenn sie handwerklich ernst genommen wird.
Riesling Gutsriesling feinherb 2024
20 Gramm Restzucker, 9 Säure – der feinherbe Moselstil, den die junge Generation lieben würde, wüssten die Verbände ihn endlich besser zu vermarkten. „Low Alk, big fruit“ steht hier praktisch ins Glas geschrieben. Ein unterschätztes Format, 9,90 Euro, 60.000 Flaschen – und jede davon vielleicht ein Markt, der nur gering erschlossen ist, weil ihn der trockene Zeitgeist hinwegfegte.
Riesling Graacher Domprobst, Alte Reben, trocken 2024
90 Jahre alte Reben. 3000 Flaschen: Pfirsich, Steinobst, saftig, kraftvoll bei 12 Prozent Alkohol, nur 2 Gramm Zucker – ein knochentrockener Klassiker, der vor allem in der Gastronomie einen fixen Platz hat. Ein Riesling ohne Härte.
Riesling Brauneberger Juffer-Sonnenuhr, Großes Gewächs 2024
Dunkle Beeren, reifes Steinobst, ein Hauch Schieferwürze, spontanvergoren, wie alle Weine hier, delikat, sättigend. 11,5 Prozent Alkohol, 32 Euro, ein Wein mit tiefer Ruhe und feinem Puls. Mosel-Eleganz im lecker-intellektuellen Stil.
Riesling Mülheimer Sonnenlay, Kabinett, feinherb 2024
9,5 Prozent Alkohol, 20 Gramm Zucker – die leichte Süße tänzelt. Eberesche, Himbeere, viel Himbeere, Kräuter, mineralische Kühle. Ein Wein, der zeigt, warum die moderate Süße an der Mosel keine Restrampe-Kategorie, sondern Kulturtechnik ist.
Riesling Kabinett Elisenberg(er) Monopol 2024
7,5 Prozent Alkohol, Napoleonische Schenkung, Pfirsich, Aprikose, Quarzitschiefer – und ja, „Limo für Erwachsene“ (ironisches Zitat des Winzers). Ein Wein mit Herkunft, Witz und historischer Aura. 15,90 Euro.
Riesling Sonnenuhr Kabinett 2024
Blauer Schiefer pur. Apfel, Mirabelle, Marille, Nashi-Birne. 7,5 Prozent Alkohol. Ein Mosel-Kabinett wie aus dem Lehrbuch: klar fruchti, aber ohne der Süß-Sentimentalität, die uns restsüße Weine über Jahre verdarb.
Riesling Sonnenuhr Spätlese 2024
70 Gramm Zucker, 7,5 Prozent Alkohol. Feigenschale, Weinbergspfirsich, Cassis, Kräuter, altes Holz. Die ganze Süßwein-Vielfalt der Mosel mit Präzision und unerhör viel Stil. 23 Euro.
Riesling Himmelreich Auslese 2024
7 Prozent Alkohol, 90 Gramm Restzucker, 20 Prozent Botrytis. Honig, Marille, Ringlotte, Schiefer. Ein Wein, der Sauternes in die Schranken weist – und zwar gehörig.
Max Ferdinand Richter, der “Ferl”, steht für eine Mosel-Ästhetik, die weder modisch sein will noch altmodisch sein kann. Stattdessen: maximale Souveränität. Genau deshalb übersteht dieses Weingut die gegenwärtige Krise nahezu unversehrt.
Und weil zur Wirklichkeit des Hauses auch Rotwein, Spätburgunder, gehört, folgt eine genauere Betrachtung der beiden ausgezeichneten Pinots – in einer der kommenden Ausgaben der WELT am SONNTAG.

Eine Karte. Und welche Schlüsse wir im Krieg gegen Wein aus ihr ziehen können
(Manfred Klimek, Redaktion) Es gibt Karten, die mehr über die Kultur eines Landes erzählen als über seine Landschaften. Die Deutschlandkarte der Alkoholabhängigkeit (Quelle: Barmer), die seit einigen Tagen kursiert, gehört genau in diese Kategorie. Sie zeigt – grob vereinfacht –, dass ausgerechnet jene Regionen, in denen Weinbau seit Jahrhunderten zur alltäglichen Lebenskultur gehört, die niedrigsten
(Manfred Klimek, Redaktion)
Es gibt Karten, die mehr über die Kultur eines Landes erzählen als über seine Landschaften. Die Deutschlandkarte der Alkoholabhängigkeit (Quelle: Barmer), die seit einigen Tagen kursiert, gehört genau in diese Kategorie. Sie zeigt – grob vereinfacht –, dass ausgerechnet jene Regionen, in denen Weinbau seit Jahrhunderten zur alltäglichen Lebenskultur gehört, die niedrigsten Raten alkoholabhängiger Menschen aufweisen. Mosel, Rheingau, Pfalz, Baden, Franken: alles Regionen, die nicht nur landschaftlich glänzen, sondern in den Statistiken der Alkoholabhängigkeit auffallend blass bleiben.
Diskret blass. Statistisch im unteren Bereich vertreten. Und das in einem Land, das sich seit zwei Jahren selbst einredet, Wein sei die neue Volksdroge einer saturierten Klassengesellschaft.
Ich erinnere mich noch gut an den Sommer 2023, als ich aus reiner Neugier mehrere Suchtkliniken in Berlin, Hamburg und Wien anrief. Keine wissenschaftliche Studie, kein sauberer Datensatz, nur eine journalistische Annäherung, wie wir sie früher „Recherche“ nannten. Die Antworten schwankten zwischen 1,4 und 3 Prozent Menschen, die primär abhängig von Wein sind – mit einer angenommenen Dunkelziffer von 5-7 Prozent, weil weinabhängige Personen ihre Abhängigkeit seltener erkennen und noch seltener benennen. Das ist gesundheitspolitisch ernst. Das ist gesellschaftlich relevant – ohne Frage. Aber es ist exakt das Gegenteil jenes Bedrohungsszenarios, mit dem mediale Erregungsrituale derzeit jonglieren.
Wer die Karte genauer betrachtet, erkennt ein zweites Muster: Die höchsten Abhängigkeitswerte liegen nicht in den Weinbaugebieten, sondern in strukturschwachen Gegenden Nord- und Ostdeutschlands. Und ja: Sachsen besitzt eine großartige, aber kleine Weinkultur rund um Dresden und an Saale-Unstrut – viel zu klein, um sich statistisch im Landesdurchschnitt bemerkbar zu machen. Eine Diversifizierung der Daten wäre sinnvoll, ist aber mangels zugänglicher Unterlagen nicht möglich.
Das Muster bleibt dennoch deutlich: Lebenskultur schlägt Risikokultur.
Dort, wo Wein nicht als Fluchtmittel konsumiert wird, sondern als Teil alltäglicher, ritualisierter Lebensqualität, ist die Rate der Alkoholbhängigkeit (die überwiegend nicht mit Wein dialogisch ist) signifikant geringer.
Das ist kein Zufall.
Das ist Zivilisationsgeschichte.
Trotzdem wird der Wein in der öffentlichen Debatte behandelt, als sei er der SUV des Trinkens: ein Symbol des saturierten Patriarchats, das nun endlich an den Straßenrand der Kulturgeschichte geschoben werden müsse. Nur: Kein einziger epidemiologischer Datensatz stützt diese Erzählung.
Was die Zahlen tatsächlich zeigen – und das sollte man nüchtern aussprechen dürfen –, ist eine dramatisch hohe Alkoholabhängigkeit insgesamt. Deutschland (und nicht nur Deutschland) hat ein Problem. Ein großes. Nur liegt dieses Problem nicht im Wein, sondern im billigen, überall leicht erhältlichen Fusel, in Schnäpsen, Energydrink-Alkohol-Mischungen, Wochenendexzessen, Kompensationsritualen eines Landes, das zunehmend zwischen Erschöpfung und Sinnverlust pendelt.
Wenn nun ausgerechnet Wein – jenes Getränk, das in den statistisch unauffälligsten Regionen produziert und konsumiert wird – zum Feindbild erklärt wird, dann hat das weniger mit Prävention zu tun als mit Ökonomie: Der Weinmarkt bleibt ein Milliardenmarkt. Und wer politische Kampagnen finanziert, weiß, dass es lukrativer ist, eine bislang wohlgelittene Kelterkultur anzugreifen, die sichtbar und angreifbar ist, als jene, die im Spirituosen-Fusel-Untergrund Geld verdient.
Die Karte sagt also etwas sehr Einfaches, für manche sehr Unbequemes und sehr Wichtiges:
Wein ist nicht das vordringliche Problem.
Die Probleme liegen dort, wo Genusskultur fehlt – nicht dort, wo sie seit Jahrhunderten gelebt wird.
Und es wird höchste Zeit, dass sich die Politik wie die Medien dieser Realität stellen.
Denn Prävention ohne Differenzierung ist keine Prävention.
Sie ist nur Moral im Dienst der Lautesten.

Der mega Moselmagier: Stefan Steinmetz
(Manfred Klimek) Es gibt ein paar, selten wiederkehrende Momente im Weintinkerleben, die ziehen einen still in die Knie – Demut & Kotau. Ganz ohne Glocke, ohne Trommelwirbel, ohne den inflationären Jubel, der so vielen Nebensächlichkeiten unserer Tage hinterhergeworfen wird. Einfach nur: du sitzt da, schaust auf Flaschen – und begreifst, dass du gerade Zeuge einer
(Manfred Klimek)
Es gibt ein paar, selten wiederkehrende Momente im Weintinkerleben, die ziehen einen still in die Knie – Demut & Kotau. Ganz ohne Glocke, ohne Trommelwirbel, ohne den inflationären Jubel, der so vielen Nebensächlichkeiten unserer Tage hinterhergeworfen wird.
Einfach nur: du sitzt da, schaust auf Flaschen – und begreifst, dass du gerade Zeuge einer Leistung bist, die eigentlich nicht möglich sein dürfte.
So ein Moment ist die 2024er-Kollektion trockener Rieslinge von Stefan Steinmetz.
Keine andere Kollektion trockener Rieslinge an der Mosel – ja, vermutlich in ganz Deutschland – besitzt diese radikale Breite, diese wahnsinnige Tiefe, diese geradezu biblische Vielfalt an Stilistiken. Es ist, als hätte jemand die gesamte Mosel durch ein Prisma geleitet und jede Brechung in eine eigene Flasche gefüllt. Und da reden wir noch nichtmal von den vier fruchtwüßen Weinen, von Steinmetz’ beeindruckender Kollektion der roten Lagenburgunder und auch nicht von seinen drei bis vier jährlichen Experimentweinen (von jenen mehr nachsten Sonntag in der WELT am SONNTAG)
Steinmetz ist – wie Markus Molitor – ein Winzer, der Lagen nicht abfüllt, sondern offenlegt. Entblößt.
Aber er tut es nicht kalkuliert, sondern brachial ehrlich. Ohne Stil-Glättung, ohne jede Beliebigkeit.
Jede Lage ist hier ein eigenes Dokument der Wirklichkeit.
Das alles mit einer Präzision, die so absurd präzise ist, dass man fast vergisst, dass Wein überhaupt von Menschen gemacht wird.
Los geht’s
1 – Brauneberger Riesling 2024
Der verlässlichste Gutsriesling des Hauses – und 2024 mit einer Geradeaus-Präzision, die fast schon beleidigend souverän wirkt.
Weniger Steinobst als sonst, dafür eine wunderbar klare, feuchte Quitte, Stachelbeere, ein Hauch Kohlrabi, etwas Lorbeer am Rand, Hagebutte als feiner Gleitfilm – und dann diese berühmten Schiefersalze wie ein letzter Satzzeichenpunkt im Schluck.
11,5% Alkohol, 4 g Zucker.
2 – Wintricher Riesling 2024
Eindeutig cremiger als der Brauneberger.
Pfirsich in Weiß, Akazienblüte, dazu gelber Paprika in homöopathischer Dosis, Mohnblume und eine ganze Wiese voller Kräuter. Mehr Fruchtsüße, mehr Saft, weniger Salz – ein Riesling mit breiter Brust und offenen Armen.
10,5%, 7 g Zucker.
3 – Brauneberger Juffer Kabinett (trocken) 2024
Ein Kabinett an der Grenze zum knochentrockenen Wein – und deshalb ein Kabinett für Erwachsene.
Ringlotte, weißer Pfirsich, die Ahnung von blauer Zwetschke. Limette und Zitronengras wie eine frische Klinge.
9,5% Alkohol, 6 g Zucker, 9,5 g Säure.
Der ideale Wein für asiatische Küche – und für Menschen, die glauben, Kabinett könne nicht ernst sein.
4 – Drohner Hofberger Gewanne „Kandel“ 2024
Volumen satt.
Einer der „großen“ Rieslinge dieser Kollektion – fett, voller Wucht, mit einer tiefen, kernigen Schiefermineralik.
Frucht massiv, Kräuter fast verschwunden, keinerlei Gemüse – ein Riesling, der zu Braten passt, ohne in die Knie zu gehen.
12,5% Alkohol, 1 g Zucker.
5 – Brauneberger Juffer „GB“ 2024
Brotig, wuchtig, voller Steinobst und Ringlotte.
Große Würze.
Ein Riesling mit tiefem Atem und langer Perspektive.
12,5% Alkohol, 1,6 g Zucker.
Der große Brauneberger, und er weiß es.
6 – Zeltinger Sonnenuhr „GZ“ 2024
Mehr Nuss, Birne, Aprikose, dunkle Minze, rosa Grapefruit.
Ein Riesling wie ein Messerschnitt: scharf, lang, sehnig.
12,5% Alkohol, 2,3 g Zucker.
7 – Wintricher Geierslay „GW“ 2024
Feiner, eleganter, alkoholischer – aber mit der seidigsten Struktur der ganzen Kollektion.
Grüner Paprika, nasse Kiesel, Bachquelle – ein Riesling wie aus kühler Morgenluft destilliert.
13% Alkohol, 3,4 g Zucker.
8 – Wintricher Ohligsberg „GW“ 2024
Brüderlich dem Geierslay verwandt – aber mit mehr Stoff, mehr Tiefe, weniger Zartheit.
Leichter Schnittlauch-Ton, der ihn unwiderstehlich zum Rindsuppenwein macht.
12,5% Alkohol, 3,4 g Zucker.
Der kulinarischste Steinmetz in 2024.
9 – Drohner Hofberger GG 2024
Ein Monument.
Kristallklar, elegant, riesig, ohne schwer zu wirken.
Schiefer, Frucht, Champignons, Haselnuss – alles ist da, und nichts drängt.
13% Alkohol, 1,4 g Zucker.
Der große „Pure-Class“-Riesling dieses Jahres.
10 – Detzemer Klosterlay GG 2024
Steinobst-Monster, aber edel.
Himbeere, Kirsche, Zitrus, Nuss – und dahinter ein Speicher an Haltbarkeit, der fast nicht auszutrinken ist.
12,5% Alkohol, 3,6 g Zucker.
Der langlebige Fruchtgigant.
11 – Drohner Grosser Hengelberg GG 2024
Der femininste Riesling der Kollektion.
Aprikose, feiner Sponti-Gummi, alles schwebt.
13% Alkohol, 4 g Zucker.
12 – Neumagener Rosengärtchen „Am Fels“ 2024
Ein Monument der Eleganz.
Einzelstock, jung – und jetzt schon groß.
Fast keine Zitrusnoten, kaum Nuss, keine Gemüseanklänge – pure Schieferfrucht in monumentaler Ruhe.
12,5% Alkohol, 2,6 g Zucker.
Der große Langstreckenwein der Kollektion.
Die Negociant-Weine – für das Bordelais (!)
13 – Piesporter Treppchen GG 2024
Haselnuss, Walnussschale, Kastanie, schwarzer Boden, Humus – ein Riesling wie aus einer Bibliothek alter Wurzeln.
12,5% Alkohol, 4 g Zucker.
14 – Neumagener Rosengärtchen GG 2024
Furztrocken.
Elegantes Steinobst, viele Waldhimbeeren, Hagebutte, Ginster – ein aristokratischer Riesling, glockenklar.
12,5% Alkohol, 1 g Zucker.
Ein Wein wie ein Samurai-Schnitt.
15 – Neumagener Rosengärtchen VdT 2024
Suckling 99 Punkte – völlig zurecht.
Balance total: Steinobst, Himbeere, Schiefer, Eleganz.
13% Alkohol, 2,3 g Zucker.
Einer der besten Moselrieslinge des Jahres. Punkt.
16 – Piesporter Treppchen VdT 2024
Kühler, salziger, vegetabiler – und doch voll Steinobst.
Ein garantierter 30-Jahre-Läufer.
12,5% Alkohol, 1,6 g Zucker.
Ein Riesling mit dem Atem einer Kathedrale.
17 – Drohner Hofberger Reserve 2024
Kohlrabi, kalter Spinat, Nashi-Birne, Quarzit, grüner Apfel, leichte Fleischigkeit.
Ein Riesling, der Körper und Geist zugleich hat.
13% Alkohol, 2,4 g Zucker.
Die kräftigste, überwätigendste Steinmetz-Reserve seit Jahren.
18 – Drohner Grosser Hengelberg Reserve 2024
Der König der Kollektion.
Stockinger-Fässer.
Frucht in feinster Eleganz.
50 Jahre Lagerpotenzial.
13% Alkohol, 2,6 g Zucker.
Der Riesling, der in 2075 noch besprochen werden wird.
Steinmetz 2024 ist kein Jahrgang – es ist eine Enzyklopädie.
Es gibt Winzer, die jedes Jahr gut sind.
Es gibt wenige Winzer, die in manchen Jahren groß sind.
Und es gibt Steinmetz – der mit 2024 eine trockene Kollektion vorlegt, die schlicht nicht möglich sein sollte.
Yes, he can!
